Luzerner Fans haben genug von Murat Yakin

Murat Yakin, Trainer des FC Luzern und Bruder von Hakan Yakin, musste beim Spiel am Samstag gegen den FC Thun harsche Kritik vonseiten der Fans einstecken. Mit Sprechchören und Transparenten machten sie Stimmung gegen „ihren“ Trainer.

Die Saison lief für den Verein bisher mittelprächtig und als nach 72 torlosen Minuten der FC Thun in Führung geht, haben die Luzern-Fans die Nase voll: „Muri raus!“ brüllen sie von der Tribüne herab. Vorher schon musste Murat Yakin Pfiffe ertragen. Auch mit verhöhnenden Transparenten haben die Fans nicht gespart: „Murat, ohne Medikamente ist dein Spiel nicht zu ertragen!“ war zu lesen. Damit spielen sie auf Yakins Vorwurf an den Journalisten Daniel Wyrsch bei einer Pressekonferenz Anfang Februar an. „Dani, egal, was du für Medikamente nimmst, nimm einfach weniger davon“, hatte Yakin gesagt und damit einen mittleren Medienrummel ausgelöst.

Außerdem kritisierten Fans die „Abschiebung“ des Stürmers Nico Siegrist an den FC Aarau: „Wir bilden Spieler aus – für Aarau, Kriens und Wohlen!“ war auf einem anderen Spruchband zu lesen. Siegrist, der 33 Sekunden nach seiner Einwechslung den Ausgleich gegen Thun erzielte, setzte nach dem Spiel noch einen drauf: „Ja, ich habe das schon mitbekommen (die Rufe der Fans gegen Yakin, Amn. d. Red.). Vielleicht habe ich ihm mit dem Tor den Kopf gerettet.“

Murat Yakin bleibt trotz alledem cool: „Es freut und ehrt mich, dass sich die Fans mit meiner Arbeit auseinandersetzen. Ein echter Fan ist kein Ja-Sager“, sagte er gegenüber der Schweizer Tageszeitung Blick. „Mit dem Spruchband zu den Medis beweisen sie ihren tollen Humor und das motiviert mich noch mehr.“

Auch zu Nico Siegrist äußert sich Yakin gelassen: „Ich freue mich sehr für Nico. Er muss jetzt bei Aarau Spielpraxis sammeln und sich entwickeln.“

Cemil Baysal

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